"What's classy if you´re rich, what's trashy if you´re poor?" - Wann sind ein paar aufgelöste Schuhe, Löcher in den Hosen eine Modeerscheinung, ein Trend und kulturelle Aufwertung, wann sind sie ein Symbol für Armut? Oder auch, wann ist prekär zu leben mehr eine performative Haltung als materielle Realität, die sich im Kunst- und Kulturbetrieb etabliert hat?
Zwar gibt es in den letzten Jahren mehr und mehr Transparenz – wenn auch nicht genug – über Geld, Machtstrukturen und Arbeitsbedingungen, doch trotzdem scheinen sich Ungleichheiten aufgrund von sozialer Herkunft nur langsam und zäh an die Oberfläche zu bewegen, geschweige denn aufzuweichen. Der Begriff „Klassismus“ markiert unterschiedliche Formen von Ausgrenzung und Diskriminierung in Bezug auf Klassenherkunft oder Zugehörigkeit. Klasse prägt nicht nur finanzielle Möglichkeiten, sondern auch Sprache, das Auftreten, einen Habitus, und Zugehörigkeit. Sie entscheidet darüber, welche Räume Menschen betreten können und wie man sich dort aufgehoben fühlt. Wer die kulturellen Codes kennt, meist durch eine bereits dort verortete Sozialisation, bewegt sich wie selbstverständlich durch Kunst- und Kulturinstitutionen. Wer sie nicht kennt, bleibt oft außen vor. Und genau diese Mechanismen von Ausschluss und Abwertungen gilt es aufzudröseln und damit angreifbar zu machen.
Die Klassenreise – Aktionen zu sozialer Herkunft versucht mithilfe von unterschiedlichen aktivistischen, wissenschaftlichen und künstlerischen Veranstaltungsformaten das Feld struktureller, klassistischer Ungleichheiten aufzufächern. Das Programm findet über vier Wochen von Mitte April bis Mitte Mai an verschiedenen Kulturorten in Hamburg statt und umrahmt u.a. den Tag der Arbeit am 1. Mai sowie den Protesttag für Inklusion der Aktion Mensch. Von Ausstellungen, Performances, einem Filmprogramm, Workshops und Vorträgen ergeben sich partizipative sowie informative Momente des Austausches und Miteinanders. Im Versuch eine Reise zu begehen, entlang unsichtbarer Grenzen, materieller Verhältnisse und auf den Spuren unterschiedlicher künstlerischer sowie politischer Strategien.
Klassenreise. Aktionen zu sozialer Herkunft ist ein Projekt von Hajusom e.V. in Hamburg. Gefördert von der Postcode Lotterie Förderung, Aktion Mensch, der Haspa Materialförderung und der Hamburgischen Kulturstiftung.
Künstlerische Leitung: Melike Bilir, Verena Brakonier, Anne Meerpohl
Mehr Infos: www.klassenreise.hajusom.com
Fake it till you make it
Ausstellung mit UWAGA2002 (Nika Genetika & Ella Kur & Alfons Nagel), Ki Bui, Trieu Dao, Sina Eichhorst, Luzie Ana Catalina Katzorke, Willi Mend, Emiliano Mondragón, Josie Overton, Sude Nur Tosun, Leonie Wahler und Aleit Wagenbrenner
ICAT der HFBK Hamburg
The Gap Between Worlds
mit Laurel Chokoago, Stef Mosebach, Franziska Nast, Aleen Solari und Sudabe Yunesi
Projektraum Admiralitätsstraße, Hamburg